Presse - Simone Kamm
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Presse

Lichkuenstlerin-Simone-Kamm
Foto: Gerd Wallhorn

 

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Die künstlerische Arbeit ist Simone Kamms Leben

WAZ  |  30.08.2014

 

In ihrem Sterkrader Atelier an der Westhoffstraße kreiert sie Lichtobjekte. Vor zehn Jahren hat sie sich gegen ihren Job als Unternehmensberaterin und für die Kunst entschieden und ist glücklich. Abstrakte Figuren aus selbst geschöpftem Papier.

Vor über zehn Jahren kletterte Simone Kamm noch die Karriereleiter der Unternehmensberatung hoch. Heute steigt sie auf die Trittstufen im Wohnzimmer, um ihre zimmerhohen Skulpturen zu erweitern.

2003 wagte Kamm den Schritt zur freischaffenden Künstlerin. Ein Stipendium vom Kunsthaus Haven ermöglichte ihr diesen Lebenswandel. „Ach, da habe ich doch glatt mein zehnjähriges Jubiläum verschlafen“, sagt Kamm lachend. Damals war die 46-Jährige noch Unternehmensberaterin.

„Dieses Objekt lebt“

Als drei Knieoperationen ihre Flexibilität einschränkten, kam sie ins Grübeln. „Ich wusste, ich möchte nicht irgendwann alt sein und es nicht mal probiert haben. Ich wollte immer Kunst oder Design studieren, hatte es mir aber nicht zugetraut.“ Anderthalb Jahre zerbrach sich Kamm den Kopf. Im Nachhinein weiß sie, dass sie eigentlich gar keine Wahl hatte. „Wenn du wirklich für etwas brennst, kannst du das auch möglich machen.“

Ob sie im Nachhinein noch an diesem Schritt zweifelt? „Ja, Zweifel ist ein integraler Bestandteil meiner Kunst“, sagt Kamm und zeigt auf eine Skulptur hinter sich, welche sie „Die Skulptur der Zweifler“ genannt hat. „Natürlich weiß man nie, ob alles klappt. Aber das weißt du bei einem regulären Job ja genau so wenig.“ Simone Kamm wuselt weiter, während sie die Fragen beantwortet. Löst Papier von der festgepappten Unterlage und klebt es an eine hängende Installation. „Dieses Objekt lebt. Leute können Teile davon für ihre Wände kaufen und so ist die Skulptur im ständigen Wandel.“

Spargel, Kürbis und Brennnesseln

Die letzten Tage des Augusts sind grau. Nieselregen fällt auf die Häuser der Westhoffstraße. Im Atelier von Simone Kamm am Volkspark herrscht dennoch behagliche Stimmung. Durch die große Dachfenster werden die Räume mit Licht geflutet. Von den aufgestellten Licht-Skulpturen geht Wärme aus. Ihre erstellten Objekte sind abstrakte Figuren aus selbst geschöpftem Papier und Licht.

Mit den Jahren hat Kamm eine Technik entwickelt, die benötigten Materialien selbst herzustellen. Je nach Jahreszeit schöpft sie aus Spargel, Kürbis und Brennnesseln das Papier für ihre Arbeiten. „Es geht mir darum, die Natur zurück in unseren Lebensraum zu holen“, sagt Kamm.

„Diese Arbeit ist mein Leben“

Die Künstlerin fühlt sich mit ihrem Beruf am Ziel angekommen. Träume hat sie trotzdem noch: „Besser, schöner und vor allem Größer. Ich würde gerne etwas Gigantisches realisieren“, sagt die 46-Jährige. Konkrete Ziele in Oberhausen schweben ihr dabei schon vor. Den Gasometer würde sie gerne mal bespielen. „Am meisten juckt es mich im Moment bei dem Gartendom am Olga Park in den Fingern. Das ist ein so interessantes Objekt und es verfällt dort einfach. Dabei wäre es perfekt für eine Inszenierung.“

Etwas anderes möchte Simone Kamm in ihrem Leben nicht mehr machen. „Leben ist nicht die Zeit nach meiner Arbeit. Diese Arbeit ist mein Leben.“

 

Jan Kawelke

presse

WAZ 11 | 2013

Kulturhaus Sterkrade | 18.9.2013

 

Mit dabei: Papierkünstlerin Simone Kamm

 

Die PapierKünstlerin Simone Kamm lässt zarte bis bizarre Skulpturen aus LichtPapier an den Säulen im Foyer und der Passausgabe emporwachsen. Im Zusammenspiel mit der modernen, lichtdurchfluteten Architektur des Technischen Rathauses erschafft sie so raumgreifende Installationen, die zum Innehalten einladen, wo ansonsten eher Durchgangsverkehr herrscht.

Die Interaktion von natürlichen Materialien wie Spargel oder Kürbis, aus denen die Künstlerin ihr Papier herstellt, mit moderner Raumarchitektur erschafft eine überraschend wohlige Atmosphäre. Weitere Installationen plant Simone Kamm in vier aufeinanderfolgenden Kabinen des Paternosters. Dabei stellen die kleinen Stahlkabinen die Künstlerin noch vor einige technische Herausforderungen. Sofern diese gemeistert werden, warten auf die Besucher kleine, in sich abgeschlossene Installationen aus LichtPapier, die immer wieder neue Raumgefühle eröffnen. Bei fortlaufender Betrachtung wird die Gesamtinstallation sichtbar, die sich über die Bewegung des Paternosters vor den Augen des Betrachters abspult.

Als Abschluss seiner Reise durchs Kulturrathaus wieder im Erdgeschoss angelangt, hat der Besucher die Möglichkeit, kleine Lichtobjekte mit guten Wünschen zu erwerben, deren Reinerlös  der AktionLichtblicke zu Gute kommt. Damit kann der Besucher nicht nur einen Teil der Lichtkunst zur Erinnerung mit nach Hause nehmen, sondern hierüber auch Lichtblicke für in Not geratene Familien in NRW schaffen.

„Ich freue mich sehr über die Initiative eines Kulturtages im Technischen Rathaus und möchte als Sterkrader Kunstschaffende natürlich auf jeden Fall dabei sein.“, so die Künstlerin begeistert.

 

Crossover: Papierkunst + Lichtinstallation

Ihre Verbundenheit zur Natur zeigt sich in ihren Installationen: Zyklisch, der Jahreszeit entsprechend, schöpft Simone Kamm aus organischen Materialien wie Spargel oder Kürbis Papier, das sie zu Lichtskulpturen und Objekten formt. In der Interaktion der verwendeten Materialien entwickeln sich dabei neue Ausdrucks-ebenen, die sich zu raumgreifenden Installationen ausdehnen.

 

Weitere Informationen über Simone Kamm:

Simone Kamm wurde 1968 in Oberhausen geboren. Nach ihrem Studium der Wirtschafts­wissenschaften in Paderborn und Nottingham/UK war sie neun Jahre als Unternehmensberaterin und Coach tätig. Ab 2002 nahm ihre künstlerische Arbeit immer größeren Raum ein. Sie gründete 2003 ihr Kunstprojekt Munchies & Arts und erhielt 2004 ein dreijähriges Atelierstipendium im Kunsthaus Haven in Oberhausen. Simone Kamm realisierte bisher zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen sowie Installationen. In ihrem Atelier finden Ausstellungen und Workshops statt.