Kunststoffe - Simone Kamm
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Kunststoffe

About This Project

 

30. August – 30. November: KUNSTSTOFFE – Ludwig-Galerie Schloss Oberhausen

 
Der Arbeitskreis Oberhausener Künstler zeigte auch in diesem Jahr wieder einen Überblick über das hiesige Kunstschaffen. Unter dem vielseitigen und vielsagenden Oberbegriff KUNSTSTOFFE präsentierte die Künstlergemeinschaft in der transparenten Architektur der Panoramagalerie aktuelle Arbeiten. Von mir waren zwei große Installationen zu sehen:

 
Facetten – das künstlich geprägte Ich
Unzählige Papierquadrate, hergestellt aus natürlichen Materialien wie Spargel, symbolisieren die einzelnen Facetten der menschlichen Persönlichkeit in einer zunehmend künstlichen, konsumorientierten Welt. Sie werden geprägt durch Erziehung, gesellschaftliche Konventionen (Rahmen aus Bambus / Reed) und Erfahren Veränderung durch Umwelteinflüsse einer auf Konsum ausgerichteten Wegwerfgesellschaft.
Am Ort der Entstehung vorgefundene, eingeschöpfte Materialien wie Spiegelglas, Kunstfasern, Verpackungsreste symbolisieren dies. Sie verändern/ prägen die Persönlichkeit als Objekt, und erfahren ihrerseits durch die Verbindung eine Entfremdung, aus der eine neue Gestalt hervorgeht: Wie die Persönlichkeit ist die Installation ständigen Veränderungen unterworfen, durch das menschliche Bestreben, Lebensraum zu gestalten, das eigene Selbst zu vervollkommnen. Im Verlauf erfahren einzelne Facetten eine Modifikation, verlassen die Installation und nehmen als eigenständige (Licht)Objekte gestaltenden Einfluss auf ihre Umwelt. Neu entstehende Facetten ergänzen die bestehenden und verändern das Gesamtbild Persönlichkeit.

 

ErWach(S)en
Die Installation „Erwach(S)en“ rückt künstlerisch den Kreislauf in den Fokus, der sich besonders eindrucksvoll an den Industriebrachen des Ruhrgebiets zeigt: Der Mensch zerstört Natur, um sich selbst Raum zu geben. Doch die Natur erobert diesen Raum langsam, aber unablässig zurück, überwuchert den von Menschen künstlich geschaffenen Raum, sowie die menschliche Präsenz nachlässt.
Zart und zerbrechlich anmutende Spargelpapierobjekte wachsen Stahlträger, Wände oder Glasscheiben empor und zeigen die enorme Flexibilität und Dauerhaftigkeit der Natur, die sich Gezwungen durch menschliche Einwirkung in immer neue Formen transformiert.
Die eingeschöpften Eisenspäne, Glas- und Spielgelscherben symbolisieren Relikte menschlicher Nutzung, welche die Natur in ihrem Rückeroberungsprozess reintegriert. Über den Diskurs der verwendeten Materialien mit Licht wird die Natur in einen weitgehend entnaturisierten Lebensraum zurückgeholt und auf sinnlich-emotionaler Ebene erfühl- und erfahrbar.

 
Hier ein Link zu einem kleinen Beitrag aus der WDR Lokalzeit >