Kunst & Schule ICH SIND WIR - Simone Kamm
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Kunst & Schule ICH SIND WIR

ICH SIND WIR

 

Gestaltung einer großflächigen Papier-Licht-Plastik
durch Schülerinnen und Schüler einer sechsten Klasse
des Sophie-Scholl-Gymnasiums Oberhausen

 

Umsetzungszeitraum: April – Oktober 2015

 

Lernort Schule

In diesem Projekt sollen die Schülerinnen und Schüler die Schule als einen veränderbaren und gestaltbaren Lebensraum wahrnehmen, der durch ihre individuelle schöpferische Arbeit langfristig mit Bedeutung aufgeladen wird und ästhetisch eine grundlegende Umgestaltung erfährt.
So soll eine Wand in der Aula des Sophie-Scholl-Gymnasiums als einer der zentralen Orte durch die Inszenierung der Schülerarbeiten einen Beitrag zu einem stimmungsvollen Auftakt der zahlreichen dort stattfindenden Veranstaltungen leisten, und als künstlerisches Element den Raum erlebbar machen.
Orchester, Theater, Musicals und Vorträge bilden seither einen wesentlichen Bestandteil des Leben und Lernens an dieser Schule. Die bildende Kunst kann nun in diese Konzeption sichtbar integriert werden, und so als Teil des musischen Schwerpunkts ihren Beitrag leisten. Musik, Licht, Schauspiel, sowie die plastische Gestaltung können hier immer wieder neu zu einem Gesamtkunstwerk aufleben.

 

Lernort Atelier

Die Schülerinnen und Schüler sollen in kleinen Gruppen das Atelier der Künstlerin Simone Kamm als Arbeits- und Wirkungsstätte kennen lernen. Sie sollen den Beruf des Künstlers oder der Künstlerin als mögliche Alternative zu herkömmlichen Zukunftsvorstellungen erkennen. Sie sollen erleben, dass eine schöpferische, kreative Tätigkeit durchaus ein wichtiger Bestandteil einer späteren Lebenswelt im Erwachsenenalter darstellen kann und zur Selbstverwirklichung wichtig ist.
So können mögliche Wertigkeiten im Zusammenhang mit vorhandenen Berufswünschen hinterfragt werden.

 

Die Künstlerische Verfahren – Vom ICH zum WIR

Die grundlegende Idee des Projektes ist es, die einzelnen, individuellen Gestaltungen der Schülerinnen und Schüler zu einer einzigartigen, großen Papier-Lichtskulptur zusammenzufügen.
Dabei sollen die persönlichen Arbeiten wie eine Art „Zeitkapsel“ fungieren, und das Gesamtwerk wie eine Art Museum der „Erinnerungen“ nachwirken, welches auch in ein paar Jahren den Betrachter visuell erleben lässt, was Kindern in einem bestimmten Alter, in einer bestimmten Zeit und an einem bestimmten Ort wichtig war.
Es entsteht somit auch ein Spiegel der Zeit, der durch einen noch lange anhaltenden Zustand der Prozesshaftigkeit spannend bleibt. Denn die Kinder selbst sind als Teil der Schulgemeinschaft noch lange Jahre Beobachter und werden das in der Vergangenheit Festgehaltene reflektieren und immer wieder neu beurteilen. Gegebenenfalls werden sie auch so Veränderungen in ihrem persönlichen Wertesystem wahrnehmen.
Auf der Basis dieser zugrundeliegenden Ideen sammeln die Kinder zunächst Objekte, schreiben Briefe, notieren wichtige Gedanken, fertigen Zeichnungen an, komponieren Bilder, von denen sie glauben, dass sie in ihrer Erinnerung wichtig bleiben werden, und die etwas über sie selbst und die Zeit, in der sie leben, aussagen.
Im Atelier lernen sie dann das Verfahren der Papierherstellung kennen und anwenden. Anschaulich erleben sie mit allen Sinnen auch unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit, wie aus Papierabfällen und organischen Materialien im Recyclingvorgang neues Papier entsteht, so wie es schon seit mehr als zweitausend Jahren durchgeführt wird.
In diesem handwerklichen Prozess fließen durch die Einarbeitung der vorbereiteten Objekte in das geschöpfte Papier die inhaltlichen, sowie künstlerisch-ästhetischen Aspekte in jedes Werk unterschiedlich ein. Es entstehen je Kind etwa zwei Papier-Trapeze, die sich am Ende zu einer Gesamtkomposition vereinen lassen.
Da die Arbeiten eine längere Zeit lang trocknen müssen, ist geplant, die Eltern später zu einem Atelierbesuch anzuregen, damit sie gemeinsam mit den Kindern die entstandenen Papierkunstwerke aus den Rahmen lösen können.
Auch bei der späteren Gestaltung der Wand sollen die Kinder einbezogen werden. So können Skizzen über Art und Weise der Anordnung der erstellten quadratischen Flächen entstehen und somit ein Bogen zur abstrakten Kunst oder zur Architektur geschlagen werden.
Reihung, Staffelung, Streuung, Ballung, Rhythmus und Symmetrie als mögliche Kompositionsprinzipien von Bildelementen, die das gesamte Gefüge eines Werkes und damit auch die von ihm ausgehende Wirkung bestimmen, sind Themenfelder, die die Kinder in praktischer Umsetzung kennen lernen. Und letztendlich das Gefühl gemeinsam etwas Einmaliges geschaffen zu haben, das ohne die Teilhabe jedes einzelnen nicht hätte entstehen können: ICH SIND WIR.

 

Weitere Informationen und Bilder finden Sie hier >

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